| Was ist Blues? Was ist
Country Blues? Eine kurzer Überblick und Überlegungen zum Thema Der Blues entstand Anfang des 20. Jahrhunderts in den Südstaaten der USA aus einer Verschmelzung afrikanischer und europäischer Musiktraditionen und -stile. Die afrikanischen Elemente wurden von den aus Afrika eingeschleppten Sklaven in die neue Welt mitgebracht. Hauptmerkmale waren das stark ausgeprägte Gefühl für Rhythmus und die Verwendung von blue notes beim Singen. Die weißen Amerikaner waren meistens Nachkommen europäischer Einwanderer und entsprechend war ihre Musik: Walzer, Polkas, Volksmusik (Folk Music) unterschiedlichster Art und Klassik. Die schwarzen Musiker übernahmen vieles davon, mischten es mit ihrer eigenen Harmonik und Rhythmik und so entstand der Blues. Historisch gesehen wurde der Blues immer populärer, als nach 1920
sogenannte "race records" speziell für die schwarze Bevölkerungsschicht
produziert wurden. Viele der ersten afro-amerikanischen Platten-Stars waren Blues
Sänger. Die ersten Blues-Stücke, die aufgenommen wurden, oft klassischer
Blues" genannt, waren jazzige Songs im Vaudeville Stil, dargeboten von
Sängerinnen wie Gertrude Ma Rainey, Bessie Smith und anderen. Diese
Sängerinnen wurden oft von Pianisten, Gitarristen oder sogar kleinen Jazz Combos
begleitet. Nach dem II.Weltkrieg wurden zunehmend elektrifizierte Instrumente verwendet. Besonders in Chicago, wo in den 50er Jahren die meisten Blues-Platten aufgenommen wurden, war die elektrisch verstärkte Mundharmonika äusserst populär. Blues aus dieser Epoche, wird oft "urban blues", "electric blues," oder einfach "Chicago Blues" genannt. Populäre Musiker dieser Epoche sind Muddy Waters, Little Walter, Elmore James, Howlin Wolf, T-Bone Walker und B. B. King. Definitionen von Blues in der
Literatur beziehen sich immer wieder auf das bekannte AAB-Textformat und das 12-taktige
Schema. Es gibt jedoch - vor allem im frühen
Country Blues - mindestens genau so viele Blues Songs, die nicht diesem Schema folgen. Auch bei Blind Lemon Jefferson,
Howlin Wolf, Big Bill Broonzy, Leroy Carr, Homesick James, John Lee Hooker, Robert
Pete Williams, Frank Stokes, Blind Willie McTell etc. findet man zahlreiche Beispiele für
Songs, die aus nur einem einzigen Akkord bestehen oder deren Strophen aus acht oder
sechzehn Takten bestehen. Offenbar gibt es ebenso viele
Versuche, Blues zu definieren wie es Blues Musiker, Fans, Musikwissenschaftler und andere Experten gibt. Er kann im Hinblick auf seinen
historischen oder sozialen Hintergrund, oder aus einer rein technischen oder persönlichen
Perpektive betrachtet werden. Blues ist eine Musik afro-amerikanischen Ursprungs, die stilistisch sehr vielfältig ist und mit der eine große Bandbreite von Emotionen ausgedrückt wird. "Feeling blue" wird ausgedrückt in Liedern, deren Verse Ungerechtigkeit beklagen oder Sehnsucht ausdrücken nach einem besseren Leben, einer vergangenen Liebe, einem verlorenen Arbeitsplatz, Geld oder Alkohol. Tatsächlich kann man durch das Spielen oder Hören von Blues immer wieder die eigene Traurigkeit oder Deprimiertheit überwinden. Blues ist aber auch eine urwüchsige Tanzmusik, erfüllt von Freude und Lust. "Blues is a natural fact, is
something that a fellow lives. If you dont live it, you dont have
it
..Young people have forgotten to cry the blues. Now they talk and get lawyers and things." Blues
ist eine natürliche Tatsache, etwas, dass ein Mann lebt
Wenn du ihn nicht lebst,
dann hast du ihn nicht.
Junge Menschen haben vergessen, mit dem Blues zu weinen,
aufzuschreien.. Heutzutage reden sie und
wenden sich an Rechtsanwälte (Big
Bill Broonzy) "The blues is in my blood, you
know? I cant play, cant sing nothin else. And I dont want
to, cause the blues is for me. Its like a shoe,...you take a number seven shoe
you sure cant wear a size four. You wear the one that fits. The blues fit me / Ich
habe den Blues im Blut. Ich kann nichts anderes
spielen und singen, und ich will es auch nicht, denn der Blues ist das Richtige für mich. Es ist wie bei einem Schuh
wenn man die
Größe Nummer 7 hat kann man keine Größe Nummer 4 tragen.
Der
Blues passt zu mir. (Muddy Waters in "Jazz Monthly", Jan 1959. Quoted
in "Blues Off The Record". Ibid. p.261.) "Everybody who dont
have the Blues has got a hole in his soul / Jeder, der den Blues nicht hat, hat ein siehe auch: Center for Black Music Research, Columbia College, Chicago |